Selfcare-ABC: B wie BELOHNUNG

Gehörst auch Du zu den Menschen, die häufig über ihre Kapazitäten gehen? Hast Du manchmal das Gefühl, dass der Tag zu wenig Stunden hat oder dass du dringend eine Pause bräuchtest? Und machst du trotzdem einfach so weiter? Wenn ja, läufst Du Gefahr, auf lange Sicht an stressbedingten Symptomen zu erkranken. Eine schöne Möglichkeit, sich etwas Entspannung zu gönnen, ist es sich selbst zu belohnen.

Warum sich selbst belohnen?

Meinen Patienten sage ich häufig, dass nicht nur der Magen, sondern auch die Seele gefüttert werden möchte, damit es uns gut geht. Nur, womit füttert man so eine Seele?

Die Antwort kann so einfach sein: Mit allem, was uns gut tut!

Und dazu gehört auch, sich hin und wieder selbst zu belohnen. Leider denken viele Personen hierbei in zu großen bzw. langfristigen Dimensionen. „Wenn ich meine Ausbildung beendet habe,…“, „wenn ich die Beförderung bekommen habe,..“, „wenn ich dieses oder jenes fertig gebracht habe, DANN gönne ich mir XY“. Wenn sich nun aber Ausbildung, Beförderung, Hausbau oder was auch immer zu lange hin ziehen, warten wir zu lange auf eine Belohnung. Oft fällt sie dann sogar ganz aus.

Wie sich richtig belohnen?

Unser Belohnungssystem im Gehirn springt an, wenn wir beispielsweise Erfolge feiern können. Durch Erfolge erlebst Du ein Gefühl der Zufriedenheit und etwas erreicht zu haben. Du hast durchgehalten und etwas geleistet! Du kannst stolz auf Dich sein! Hierbei sind aber vor allem die kleinen Erfolge von Bedeutung. Die großen dauern wie oben beschrieben zu lange, um einen Unterschied im Alltag zu machen. Anstatt in großen Dimensionen zu denken, solltest Du die kleinen Schritte wertschätzen.

Bis ein bestimmtes großes Ziel erreicht ist, liefern sie Dir die nötige Energie, um weiterzumachen. Sie motivieren Dich quasi immer wieder neu. Dafür sind drei Regeln wichtig:

  • Belohne Dich sich erst, nachdem Du eine Aufgabe erfüllt hast
  • Belohne Dich dann auch wirklich und schiebe es nicht auf.
  • Höre auf, dich (unbewusst) dafür zu belohnen, wenn etwas schlecht läuft (Frustshopping, Frustessen, etc.)

Ignorieren wir diese Bedingungen, funktioniert diese Art der Motivation nicht mehr. Unser registriert nämlich sehr genau, wann eine Belohnung wofür eintrifft. Kommt es da zu Unstimmigkeiten, ist der Effekt ist dahin.

Und was sollen diese kleinen Dinge sein? Damit kann alles gemeint sein, dass wir eher erledigen müssen als wollen; also Dinge, die mühselig sind, lange dauern oder einfach keine Freude bereiten. Zum Beispiel Haushaltsarbeiten wie Fenster putzen, einen Kellerraum entrümpeln, die Steuer erledigen, Auto staubsaugen, eine Abgabe bei der Arbeit schaffen, den Besuch bei den Schwiegereltern hinter sich bringen, usw.

Zudem ist es hilfreich, sichzu überlegen (am besten aufschreiben), mit welchen positiven Aspekten das Erledigen einer Aufgabe verbunden ist. Also nicht nur die nahende Belohnung, sondern was damit einher geht.

Beispielsweise kann es beim Erledigen der Steuer sein, dass Dir die Steuer nicht mehr „im Nacken sitzt“ und dass Du eventuell eine Rückzahlung erhältst. Je häufiger Du ungeliebte Aufgaben positiv gestaltest, desto leichter werden sie.

Ideen, sich selbst zu belohnen:

  • Bestelle dir zur Abwechslung mal Essen anstatt zu kochen
  • Gönne dir eine kleine Auszeit mit einem leckeren Kaffee/Tee/heißer Schokolade
  • Zeit mit lieben Menschen verbringen
  • Bewusst Zeit mit dem Haustier verbringen
  • Faulenzen
  • Endlich in diesem Buch lesen
  • In die Sonne legen (fördert gleichzeitig die Vitamin D Produktion)
  • Zeit in der Natur verbringen, zB beim Wandern oder an einem See entspannen
  • Schwimmbad- oder Thermenbesuch
  • Kinobesuch, Museumsbesuch
  • Sich selbst etwas schönes kaufen (Kleidung, Blumen, Buch, etc.)
  • Sport machen
  • Massage gönnen
  • Tanzen gehen
  • Ein Bad nehmen
  • Usw.